3. Okt
2011
Persönlichkeiten: Grenzgänger und Wanderprediger
Da steht er nun und kann nicht anders, als Abschied zu nehmen. Wer Heiner Monheim kennt, weiß um seine Beharrlichkeit und darum, dass Aufgeben für ihn eigentlich ein Fremdwort ist. Ganze Generationen von Studenten haben ihn hier, an der Universität Trier, als einen kennengelernt, der mit unerschöpflicher Energie stets voran stürmt; dem Macht- und Befindlichkeitsspielchen zuwieder, das Streben nach Veränderung als Verbesserung aber das stete Ziel sind. Als sagenumwoben gilt der Professor, mit dessen Tempo auf Exkursionen keiner wirklich mithalten konnte und den man fast immer in irgendeiner Bahn in Deutschland antraf, bis tief in die Nacht arbeitend. Doch nun zieht er zwangsläufig die letzte Bilanz und malt dabei in seiner großartigen Ehrlichkeit wahrlich kein ausschließlich goldenes Bild. Er spricht vom Scheitern, von Ärger und Wut, aber auch von Hoffnungsschimmern, von Freude am Diskurs und von Begeisterung über seine Absolventen. Als einzigartige Verkörperung der Symbiose aus Wissenschaft und Praxis hat er in der Lehre nicht selten Erfüllung gefunden, vor allem wenn es gelang, Horizonte zu öffnen. Der unbeeindruckte und freie Blick auf die Zukunft bildet sein Credo:
Nur wer sich auch andere Zukünfte vorstellen kann als die, die wir ständig von Prognosen als unvermeidbar diktiert bekommen, lässt sich nicht zu deren Erfüllungsgehilfen degradieren und kann die Zukunft mitgestalten.
Heiner Monheim, langjähriger Professor für Angewandte Geographie an der Universität Trier, zählt nun zu den Rentnern. mehr









