Bett mit Stauraum selber bauen: Anleitungen

Bett mit Stauraum selber bauen: Anleitungen

Du möchtest dein Schlafzimmer optimal nutzen und gleichzeitig für Ordnung sorgen? Dieser Leitfaden zeigt dir, wie du ein Bett mit integriertem Stauraum ganz einfach selbst bauen kannst, um Platz zu sparen und deine individuellen Bedürfnisse zu erfüllen. Hier findest du detaillierte Anleitungen und wertvolle Tipps für Heimwerker aller Erfahrungsstufen.

Das sind die beliebtesten Top 10 Bauanleitungen Betten Produkte

Warum ein Bett mit Stauraum selber bauen?

Ein selbstgebautes Bett mit Stauraum bietet dir eine Fülle an Vorteilen gegenüber gekauften Lösungen. Zum einen kannst du das Design exakt an deine Wohnsituation und deinen persönlichen Stil anpassen. Ob ein niedriges Podestbett mit vielen Schubladen, ein hochmodernes Bett mit integrierten Regalen oder ein Bett mit ausklappbarem Staufach unter der Liegefläche – deiner Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt. Zum anderen ist die Kostenersparnis oft erheblich. Indem du auf teure Markenprodukte verzichtest und stattdessen auf qualitativ hochwertige, aber kostengünstigere Materialien zurückgreifst, kannst du ein individuelles Möbelstück zu einem Bruchteil des Preises realisieren. Darüber hinaus vermittelt das Selberbauen ein tiefes Gefühl der Zufriedenheit und des Stolzes über das geschaffene Werk. Du erwirbst praktische Fähigkeiten und verstehst die Konstruktion deines Möbelstücks bis ins kleinste Detail.

Grundlagen und Planung für dein Stauraumbett

Bevor du mit dem Bau beginnst, ist eine sorgfältige Planung unerlässlich. Dies spart dir nicht nur Zeit und Material, sondern verhindert auch kostspielige Fehler während des Projekts. Berücksichtige bei deiner Planung folgende Punkte:

  • Größe und Abmessungen: Miss den verfügbaren Platz in deinem Schlafzimmer genau aus. Berücksichtige die Größe deiner Matratze und der gewünschten Liegefläche (Einzelbett, Doppelbett, King-Size). Plane auch ausreichend Bewegungsfreiheit um das Bett herum ein.
  • Art des Stauraums: Überlege dir, welche Art von Gegenständen du verstauen möchtest. Benötigst du tiefe Schubladen für Bettwäsche, flache Fächer für Bücher oder vielleicht einen komplett zugänglichen Bereich unter dem Bett für größere Gegenstände?
  • Design und Ästhetik: Welchen Stil soll dein Bett haben? Modern, rustikal, minimalistisch? Wähle Materialien und Oberflächen, die zu deinem bestehenden Interieur passen.
  • Materialien: Gängige Materialien für den Bau von Betten sind Massivholz (z.B. Kiefer, Fichte, Eiche), Sperrholzplatten, MDF oder auch Metall. Jedes Material hat seine eigenen Vor- und Nachteile hinsichtlich Stabilität, Optik und Bearbeitbarkeit.
  • Werkzeuge: Stelle sicher, dass du über die notwendigen Werkzeuge verfügst. Dazu gehören in der Regel eine Stichsäge oder Kreissäge, ein Akkuschrauber, ein Maßband, ein Winkel, Schleifpapier und eventuell eine Oberfräse für Kantenbearbeitung.
  • Budget: Lege ein realistisches Budget fest. Berücksichtige die Kosten für Holz, Schrauben, Leim, Beschläge (Scharniere, Laufschienen für Schubladen) und eventuell Farbe oder Lack.

Beliebte Bauarten für Betten mit Stauraum

Es gibt verschiedene Konstruktionsweisen, um ein Bett mit Stauraum zu realisieren. Jede hat ihre spezifischen Vorzüge und eignen sich für unterschiedliche Bedürfnisse:

1. Podestbett mit Schubladen

Ein Podestbett ist eine sehr beliebte und praktische Lösung. Dabei wird ein erhöhtes Podest gebaut, das auf einer stabilen Rahmenkonstruktion basiert. Unterhalb dieses Podestes können dann großflächige Schubladen integriert werden, die sich bequem herausziehen lassen. Dies eignet sich hervorragend für die Aufbewahrung von Bettwäsche, Kleidung oder saisonalen Gegenständen.

Benötigte Materialien (typisch):

  • Holzbalken für den Rahmen (z.B. 4×6 cm oder 5×7 cm)
  • Sperrholzplatten oder MDF für die Verkleidung und den Boden des Podests
  • Holzplatten für die Schubladenfronten und -korpusse
  • Schubladenlaufschienen (passend zur Tiefe der Schubladen)
  • Schrauben und Holzdübel
  • Schleifpapier
  • Farbe oder Lack (optional)

Schritte im Überblick:

  • Rahmenkonstruktion: Baue aus den Holzbalken einen stabilen Rahmen, der die Grundfläche deines Bettes und des Podests definiert. Achte auf rechtwinklige Verbindungen.
  • Stützfüße: Füge im Inneren des Rahmens zusätzliche Stützfüße oder Querstreben ein, um das Gewicht des Bodens und der darauf stehenden Gegenstände zu tragen.
  • Boden des Podests: Befestige die Sperrholz- oder MDF-Platten auf dem Rahmen und den Stützfüßen, um die Liegefläche des Podests zu bilden.
  • Schubladen bauen: Konstruiere die Schubladenkorpusse und Fronten. Achte darauf, dass die Maße exakt passen, damit sie leichtgängig laufen.
  • Schubladenlaufschienen montieren: Bringe die Laufschienen sowohl am Podest als auch an den Schubladen an. Hier ist Präzision gefragt, damit die Schubladen gerade laufen.
  • Verkleidung: Verkleide die Außenseiten des Podests mit weiteren Platten, um eine saubere Optik zu erzielen. Lasse Aussparungen für die Schubladenöffnungen.
  • Oberflächenbehandlung: Schleife alle Oberflächen glatt und trage bei Bedarf Farbe oder Lack auf.

2. Bett mit integrierten Regalen und Fächern

Diese Bauart eignet sich besonders für kleinere Räume oder wenn du deine Leseutensilien, Dekoration oder andere persönliche Gegenstände griffbereit haben möchtest. Hierbei wird das Bettgestell so konstruiert, dass an den Seiten oder am Kopfende offene Fächer oder Regale integriert sind.

Benötigte Materialien (typisch):

  • Holzplatten (z.B. Sperrholz, MDF) für Rahmen und Regalböden
  • Holzlatten für die Verstärkung der Regalflächen
  • Schrauben und Holzdübel
  • Schleifpapier
  • Optional: Türen oder Klappen für geschlossene Fächer

Schritte im Überblick:

  • Grundrahmen: Baue einen stabilen Grundrahmen für deine Matratze.
  • Regalseiten: Baue an den gewünschten Seiten oder am Kopfende vertikale Elemente, die die Regalböden tragen.
  • Regalböden einfügen: Befestige die Regalböden zwischen den vertikalen Elementen oder direkt am Bettrahmen. Achte auf ausreichende Stabilität, insbesondere bei schweren Büchern.
  • Verstärkungen: Bei Bedarf füge zusätzliche Winkel oder Latten zur Verstärkung der Regalböden hinzu.
  • Oberflächenbehandlung: Schleife alle Kanten und Oberflächen glatt.

3. Bett mit Hubmechanismus (Klappbett-Prinzip)

Diese aufwendigere, aber sehr platzsparende Variante nutzt einen Mechanismus, um die Liegefläche anzuheben und darunter liegenden Stauraum freizulegen. Dies erfordert präzise Arbeit und oft spezielle Beschläge.

Benötigte Materialien (typisch):

  • Robuste Holzbalken für den Bettrahmen
  • Stabile Holzplatten für die Liegefläche
  • Gasdruckfedern oder spezielle Bettbeschläge für den Hubmechanismus
  • Scharniere
  • Schrauben und Dübel
  • Schleifpapier

Schritte im Überblick:

  • Stabiler Rahmen: Konstruiere einen sehr stabilen Grundrahmen, der das gesamte Gewicht des Bettes und der darauf liegenden Personen tragen kann.
  • Rahmen für die Liegefläche: Baue einen separaten Rahmen für die Matratze, der mit dem Grundrahmen verbunden wird.
  • Hubmechanismus montieren: Befestige die Gasdruckfedern oder Bettbeschläge gemäß der Anleitung des Herstellers. Achte auf die korrekte Positionierung, um ein leichtes Anheben und sicheres Absenken zu gewährleisten.
  • Liegefläche befestigen: Montiere die Holzplatten für die Liegefläche am Hubmechanismus.
  • Sicherheitshinweise beachten: Stelle sicher, dass der Mechanismus sicher verriegelt, wenn das Bett abgesenkt ist, und dass die Gasdruckfedern stark genug sind, um die Liegefläche anzuheben.

Tipps für die Materialwahl und Werkzeuge

Die Wahl der richtigen Materialien und Werkzeuge ist entscheidend für den Erfolg deines Projekts und die Langlebigkeit deines selbstgebauten Bettes.

Holzauswahl:

  • Massivholz: Bietet hohe Stabilität und eine natürliche Optik. Kiefer und Fichte sind kostengünstiger und einfacher zu bearbeiten, während Harthölzer wie Eiche oder Buche deutlich robuster und langlebiger sind, aber auch teurer und schwerer zu bearbeiten.
  • Sperrholz: Eine gute Wahl für Böden und Verkleidungen. Es ist formstabil und relativ günstig. Für sichtbar bleibende Oberflächen solltest du auf hochwertige Furniere achten.
  • MDF (Mitteldichte Faserplatte): Lässt sich sehr gut bearbeiten, ist preiswert und ideal für glatte Oberflächen, die später lackiert werden. MDF ist jedoch empfindlicher gegen Feuchtigkeit als Massivholz.

Werkzeug-Essentials:

  • Säge: Eine Stichsäge ist für gerade Schnitte und Ausschnitte ideal. Eine Handkreissäge oder Tischkreissäge ermöglicht präzisere und schnellere Schnitte bei größeren Platten.
  • Akkuschrauber/Bohrmaschine: Unverzichtbar zum Vorbohren und Verschrauben. Achte auf ausreichende Leistung.
  • Maßband und Winkel: Exaktes Messen und Ausrichten ist das A und O für ein passgenaues Ergebnis.
  • Schleifpapier und Schleifklotz/Schleifmaschine: Für glatte Oberflächen und das Entfernen von scharfen Kanten.
  • Zwingen: Hilfreich, um Teile während des Verschraubens oder Verleimens zu fixieren.
  • Wasserwaage: Stellt sicher, dass dein Bett gerade und stabil steht.

Konstruktionsdetails und Stabilität

Die Stabilität deines Bettes ist von paramounter Bedeutung für deine Sicherheit und die Langlebigkeit des Möbelstücks. Achte auf folgende Konstruktionsdetails:

  • Verbindungen: Verwende stabile Verschraubungen und eventuell zusätzlich Holzleim für eine dauerhafte Verbindung. Bei größeren Belastungen sind verzinkte Schrauben empfehlenswert.
  • Stützfüße und Verstrebungen: Besonders bei Podestbetten und Betten mit großen Spannweiten sind zusätzliche Stützfüße oder Querstreben im Inneren des Rahmens unerlässlich, um das Durchbiegen des Bodens zu verhindern.
  • Lattenrost oder durchgehender Boden: Wenn du eine durchgehende Bodenplatte unter der Matratze verwendest, sorge für ausreichende Belüftung, um Feuchtigkeitsbildung zu vermeiden. Ein Lattenrost bietet hier oft die bessere Lösung.
  • Gewichtsberechnung: Kalkuliere das Gesamtgewicht, das das Bett tragen muss (eigene Gewichtsbelastung, Matratze, ggf. zusätzlicher Staurauminhalt) und wähle dementsprechend stabile Materialien und Verbindungen.

Gestaltung und Oberflächenbehandlung

Die Optik deines selbstgebauten Bettes ist ebenso wichtig wie seine Funktionalität. Mit der richtigen Gestaltung und Oberflächenbehandlung wird dein Bett zum Blickfang in deinem Schlafzimmer.

  • Schleifen: Beginne mit grobkörnigem Schleifpapier (z.B. 80er Körnung) und arbeite dich zu feinerem Korn (z.B. 180er oder 240er Körnung) vor. Dies sorgt für eine angenehm glatte Oberfläche.
  • Grundierung: Bei Holz mit starken Maserungen oder wenn du eine deckende Lackierung planst, ist eine Grundierung ratsam. Sie verbessert die Haftung des Lacks und sorgt für ein gleichmäßigeres Ergebnis.
  • Lackierung: Wasserbasierte Lacke sind umweltfreundlicher und trocknen schnell. Lösemittelhaltige Lacke sind oft widerstandsfähiger. Trage mehrere dünne Schichten auf und lasse sie gut trocknen.
  • Ölen oder Wachsen: Für eine natürliche Holzoptik kannst du das Bett mit Holzöl oder Wachs behandeln. Dies schützt das Holz und betont seine natürliche Maserung. Regelmäßiges Nachölen oder -wachsen erhält den Schutz.
  • Farbauswahl: Wähle Farben, die zu deinem Einrichtungsstil passen. Helle Farben lassen kleine Räume größer wirken, während dunkle Töne eine gemütliche Atmosphäre schaffen können.

Aufbau und Montage – Schritt für Schritt

Unabhängig von der gewählten Bauart folgt der Aufbau oft ähnlichen Prinzipien:

  1. Vorbereitung der Teile: Schneide alle Holzteile gemäß deiner Planung zu.
  2. Zusammenbau des Grundrahmens: Verbinde die Hauptträger des Bettrahmens.
  3. Einbau von Stützkonstruktionen: Füge Stützfüße, Querstreben oder Schubladenführungen ein.
  4. Anbringen von Verkleidungen und Böden: Montiere die äußeren Verkleidungen und die Bodenplatten.
  5. Bau und Montage der Stauraumelemente: Erstelle Schubladen, Regale oder Klappen und integriere sie in die Konstruktion.
  6. Oberflächenbehandlung: Schleife, grundiere und lackiere oder öle das fertige Bett.
  7. Endmontage: Falls erforderlich, montiere Scharniere, Griffe oder Beschläge.

Häufige Herausforderungen und Lösungen

Beim Selberbauen können immer wieder unerwartete Probleme auftreten. Hier sind einige typische Herausforderungen und wie du sie meisterst:

  • Ungenauigkeiten beim Zuschnitt: Wenn Teile nicht perfekt passen, kannst du sie mit einer Säge oder einem Hobel nacharbeiten. Bei kleineren Abweichungen können Spachtelmassen helfen.
  • Schubladen laufen schwer: Überprüfe die Ausrichtung der Laufschienen. Unebenheiten im Holz oder falsch montierte Schienen sind oft die Ursache. Eventuell müssen die Schienen neu justiert werden.
  • Instabilität: Zusätzliche Verstrebungen im Inneren des Rahmens oder stärkere Verschraubungen können die Stabilität erhöhen.
  • Oberflächenfehler: Kleine Unebenheiten lassen sich durch erneutes Schleifen und eine zusätzliche Lackschicht ausbessern.

Das sind die neuesten Bauanleitungen Betten Produkte

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Bett mit Stauraum selber bauen: Anleitungen

Was ist die einfachste Art, ein Bett mit Stauraum zu bauen?

Die einfachste Variante ist oft ein Podestbett mit integrierten, großen Schubladen. Hierbei werden primär rechteckige Elemente verbaut, und die Hauptarbeit liegt im Bau eines stabilen Rahmens und der korrekten Montage der Schubladenlaufschienen.

Welches Holz eignet sich am besten für ein Stauraumbett?

Für die tragenden Teile sind stabile Massivhölzer wie Kiefer oder Fichte empfehlenswert. Für Böden und Verkleidungen sind Sperrholzplatten oder MDF-Platten oft eine gute und kostengünstige Wahl. Achte auf die gewünschte Optik und die Beanspruchung.

Wie stelle ich sicher, dass mein Bett stabil ist?

Eine solide Rahmenkonstruktion mit ausreichend vielen Stützfüßen und Querstreben ist entscheidend. Verwende hochwertige Schrauben und Holzleim für alle Verbindungen. Bei größeren Betten und schweren Belastungen ist eine zusätzliche Verstrebung unter der Liegefläche ratsam.

Welche Werkzeuge sind für den Bau eines Stauraumbetts unbedingt notwendig?

Essentiell sind ein Akkuschrauber, ein Maßband, ein Winkel, eine Säge (mindestens eine Stichsäge) und Schleifpapier. Weitere Werkzeuge wie eine Kreissäge oder eine Oberfräse können die Arbeit erleichtern und das Ergebnis verbessern.

Wie viel Stauraum kann ich realistisch erwarten?

Das hängt stark von der Größe des Bettes und der gewählten Bauart ab. Bei einem Podestbett kannst du den gesamten Bereich unter der Liegefläche nutzen. Die Anzahl und Größe der Schubladen bestimmen die Kapazität. Bei einem Bett mit integrierten Fächern ist der Stauraum eher für kleinere Gegenstände gedacht.

Kann ich auch ein Bett mit Stauraum für ein Kinderzimmer bauen?

Ja, das ist sehr gut möglich. Achte hierbei besonders auf abgerundete Kanten, die Verwendung schadstoffarmer Lacke und eine besonders robuste und sichere Konstruktion. Niedrige Podestbetten sind für Kinder oft gut geeignet.

Welchen Aufwand muss ich für ein solches Projekt einplanen?

Der Zeitaufwand variiert stark je nach Komplexität des Designs und deiner handwerklichen Erfahrung. Für ein einfaches Podestbett mit Schubladen kannst du mit 2-4 Tagen Arbeit rechnen. Komplexere Konstruktionen können deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen.

Bewertung: 4.9 / 5. 939